Konzertkonzepte



Die zahllosen Möglichkeiten, ein Konzert anders zu gestalten.

Aus der Ideenkiste des ZMV14

1)
Die Verwendung von Sprache:
Dialog (Künstler-Publikum oder die Künstler untereinander),
Monolog (wie ein Vortrag – oder ein Gespräch mit sich selbst, mit dem Instrument, mit dem Komponisten)

2)
Die Verwendung des Schauspiels: Gestik, Auftritt, bewusst eingesetzte Körpersprache
Fokus ist auf die Bühne gerichtet: ALLE schauen her!!
Was für eine Macht man da plötzlich hat, wie kann man mit so viel Aufmerksamkeit auf einmal umgehen? was kann man mit ihr anfangen? Oder will man lieber gar nicht dran denken und im Kopf schon ganz bei der Musik sein?

3)
Programmgestaltung: Dramaturgie des Konzertes (jeder gute Konzertveranstalter sollte diese beherrschen)

4)
Eine bewusste Wahl des Konzertortes, der für sich schon viel vorgibt (z.B. ein Obdachlosenheim und sonstige soziale Einrichtungen, ein Schloss, ein mobiles Fahrzeug, im öffentlichen Raum, in Schulen, im Parlament,…)

5)
Rituale durchbrechen:
- kein Applaus
- Künstler spielen nicht auf der Bühne, sondern verteilt im Raum
- Sprache – Musik – Sprache – Musik
- Nicht sofort zu spielen beginnen, sondern einmal lange ins Publikum schauen - dieser Moment vor dem Spiel genießen (Ruhe vor dem Sturm) und bewusst wahrnehmen
- Statt Verbeugung etwas anderes?? Was will man mit der Verbeugung sagen? Kann man es irgendwie anders ausdrücken?
- Andere Sitzordnung

6)
Konzert-Ablauf
Normal: ein Stück nach dem anderen wird gespielt, ein Programm deutet daraufhin, was gespielt wird
Anders:
- Die Stücke werden mündlich angesagt
- Zu jedem Stück mehr als nur den Titel und den Komponisten sagen (kurze Geschichte zum Stück, meine Erfahrungen mit dem Stück, die Anekdote zum Stück, ein Zitat vom Komponisten oder von jemandem, der das Stück interpretierte, ein Hinweis auf ein musikalisches Detail – Analyse,….)
- Einführende Worte zu Beginn

7)
Sonstige Möglichkeiten, ein Konzert anders zu gestalten
- Keine Worte nur Schauspiel - dramaturgische Inszenierung
- Improvisation: was einem grad einfällt – man hat eben Lust, sich anders als nur mit der Musik mitzuteilen
- Programmgestaltung gibt schon vor, dass es anders wird, weil Lesung vorgesehen ist, oder Mitwirkung des Publikums, oder eben eine musikalische Improvisation
- Lichtregie
- Bühnenbild
- „Kostüm“ der Künstler
- der Interpret steht ganz bewusst im Vordergrund: er stellt sich vor, erläutert seine Beziehung zum Stück, welche Erfahrungen er damit gemacht hat, wie er überhaupt begonnen hat, das bestimmte Instrument zu spielen
- eine verbindende Geschichte zu den Stücken (Leitmotiv) – oft gemacht für Kinder, oder einfach nur ein Leitfaden, ein Motto (ohne Geschichte)
- bewusst eingesetzte musikalische Methoden wie die Wiederholung (Rondoform), Klimax (Steigerung zu einem Höhepunkt hin), Gleichförmigkeit (à la minimal music), call –response (Mitwirkung des Publikums à la Bobby MCFerrin oder Chick Corea), …